Einst assoziierte man die Karibik mit kriegerischen Indianern und wilden Piraten. Heute vereint die Region spanisches Temperament, französisches Savoire-Vivre, britisches Flair und holländische Liberalität - Hinterlassenschaften der ehemaligen Kolonialmächte.
England, Spanien, Niederlande, Frankreich und sogar Dänemark, Irland und Schweden teilten die karibischen Eilande nach der "Entdeckung" im 15. Jahrhundert untereinander auf. Dabei waren vor allem die südlichsten Inseln der Kleinen Antillen hart umkämpft. So wechselte auf Trinidad & Tobago die Herrschaft ganze 31 Mal.
Einige Inseln gehören heute noch zu den ehemaligen Kolonialmächten. Martinique und Guadeloupe sind französische Übersee-Departements, Curaçao, Bonaire und Aruba sind Teil der Niederlande, und Anguilla, Bermuda, Montserrat, die Britischen Jungfraueninseln und Turks & Caicos sind sogenannte "British Overseas Territories."
Bevor Kolumbus seinen Fuß in die neue Welt setzte, hatten sich schon andere auf den Weg gemacht, die Karibik zu erobern. Die kriegerischen Kariben wanderten zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert in die später nach ihnen benannte Region ein. Sie vertrieben die schon früher aus Venezuela eingewanderten Arawak-Indianer von den Kleinen Antillen-Inseln nach Norden. Entgegen der Berichte europäischer Seefahrer waren die Kariben jedoch keine Kannibalen. Mit diesem Gerücht wollte man die Unterwerfung und Versklavung der Kariben rechtfertigen. Heute leben noch einige der Ureinwohner auf St. Vincent und auf Dominica.
Hand in Hand mit der Kolonialisierung der Karibik ging auch der Sklavenhandel einher. Geschätzte 12 Millionen Afrikaner wurden in die Region verschleppt. Schließlich hatten die europäischen Mächte erkannt, dass die Inseln idealen Nährboden für exotische Pflanzen boten. Neben Tabak, Kaffee und Baumwolle erwies sich der Anbau von Zuckerrohr als besonders profitabel. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts ging es jedoch mit diesem Industriezweig bergab. Ein Großteil der Plantagenbesitzer kehrte in ihre Heimat zurück und die Sklaven erlangten die Freiheit. Das afrikanische Erbe hat die Karibik wie keine andere Kultur geprägt.
Als Kolumbus 1492 als erster Europäer die Karibik erreichte, änderte sich der Lauf der Welt. Am 12. Oktober 1492 setzte er auf den Bahamas zum ersten Mal einen Fuß auf karibischen Boden – den amerikanischen Kontinent erreichte er erst auf seiner letzten Reise im Jahr 1502. Mehr ...