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Kaleidoskop der Kulturen

Die Karibik ist bunt. Und das in jeder Hinsicht. Schließlich haben sich hier in den vergangenen 500 Jahren Kulturen vermischt wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Traditionelle Hochzeit in Trinidad

Eine Prise Europa, ein ordentlicher Schuss Afrika, garniert mit Sonnenschein und guter Laune: Alles im großen karibischen Cocktailshaker ordentlich durchschütteln und voilà. Das Ergebnis ist auf jeder Insel anders, aber überall bunt und facettenreich. Mal überwiegt der spanische Einfluss, mal der französische. Manche Inseln gehören noch heute zu Großbritannien oder den Niederlanden. Allen gemein ist das afrikanische Erbe, das Sprache, Religion und Kultur seinen Stempel aufgedrückt hat.

Junge Arubanerin

Ganze 59 verschiedene Sprachen und Dialekte zählen Linguisten in der Karibik, darunter auch Exotisches wie die Indianersprache Garifuna in Belize oder das portugiesisch-niederländische Creole „Papiamento“, das auf den ABC-Inseln gesprochen wird. Auch die Sprache der Ureinwohner der Karibik, der Arawaken, hat ihre Spuren hinterlassen. Die Tabakpflanze nannten sie Tobacco, das Grillen von Speisen „Babacoa“ – Barbecue. Früchte, die ihren Weg aus der “neuen Welt” nach Europa fanden, behielten oft ihren ursprünglichen Namen, so wie der „Maiz“, die Ananas oder die Papaya.

Kubaner

Die Mehrheit – Kubaner, Mexikaner, Puerto Ricaner, die Einwohner der Dominikanischen Republik und Venezuelas – spricht spanisch. In den Überseedepartements der „Grande Nation“ – Guadeloupe, Martinique, St. Barth und St. Martin – spricht man französisch, in den ehemaligen britischen Kolonien wie z.B. Barbados, Antigua und Anguilla englisch. Die lokalen Dialekte wie das französische Creole oder das jamaikanische Patois sind für Touristen zwar kaum zu verstehen, mit Englisch kommt man aber fast überall in der Karibik gut zurecht.

Rastaman Vibrations

Rastafari

Nicht nur sprachlich, auch religiös ist die Karibik ein echter Schmelztiegel. Vor allem auf den spanisch und französisch dominierten Inseln vermischte sich der Katholizismus der Kolonialherren mit den Religionen der afrikanischen Sklaven. Alte afrikanische Gottheiten wurden weiter unter „katholischen“ Pseudonymen angebet. Der bekannteste Volksglaube dieser Art ist der „Voodoo“. Dessen düsteres Hollywood-Image hat wenig mit der Realität zu tun. In seiner Heimat Haiti ist Voodoo kein „Hexenwerk“, sondern inzwischen staatlich anerkannte Religion. Dennoch umweht den magischen Kult der Hauch des Mysteriösen.

Dem Voodoo ähnlich ist die auf Kuba praktizierte Santéria. Auch hier „verstecken“ sich die afrikanischen Gottheiten hinter katholischen Heiligenbildern. So steht zum Beispiel die heilige Maria für die Mutter des Meeres, Yemaya.

Kinder in Nevis

Eine ganz eigene, neue Religion bilden die jamaikanischen Rastafaris. Entstanden aus der Black Power Bewegung in den dreißiger Jahren berufen sie sich auf „Ras Tafari“, den König von Äthiopien. Die Dreadlocks sind gleichermaßen Symbol für die Verbundenheit mit Gott und den Stolz auf die afrikanische Abstammung.

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