Badeurlaub am Traumstrand, so kennt man die Karibik. Doch wer es nur vom Hotelzimmer bis zur Strandbar schafft, der hat etwas verpasst. Das Hinterland lockt mit einer schier unendlichen Vielfalt an Natur, unzähligen Nationalparks und spannenden Freizeitangeboten.
Unberührte Trauminseln, üppiger Dschungel und den perfekten Strand: das suchten die Location Scouts für „Piraten der Karibik“. Und fanden es auf den Bahamas, den menschenleeren Tobago Cays von St. Vincent & the Grenadines und im Regenwald von Dominica. Letztere, von ursprünglichem Charme und touristisch noch wenig erschlossen, bot die ideale Kulisse als wilde Pirateninsel. Bevor Hollywood hier „strandete“, galt die Vulkaninsel mit ihren brodelnden heißen Quellen, anspruchsvollen Wanderwegen und freundlichen Bewohnern als Geheimtipp für Ökotouristen aus aller Welt. Auch wenn die Popularität Dominicas Dank Captain Jack Sparrow jetzt wächst, ist für den Erhalt der einzigartigen Natur gesorgt: Der Nationalpark Morne Trois Pitons gehört seit 1997 zum UNESCO Weltnaturerbe.
Auch Puerto Rico ist ein Eldorado für Naturliebhaber. Der Norden ist subtropisch grün, dazwischen erstreckt sich das Gebirge Cordillera Central mit Schluchten und Seen und am südlichsten Punkt ist die Insel felsig und zerklüftet. Für Einsteiger in Sachen Dschungelexpedition bietet sich der El Yunque Nationalpark mit seinen gut markierten Wanderwegen an. Ursprüngliche Wildnis findet man im Toro Negro Nationalpark. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, durch Flüsse und Wasserfälle und dichtes Gestrüp – teilweise nur mit der Machete. Der Regenwald ist auch die Heimat des Maskottchens der Insel: Coqui, ein winziger, nur zwei Zentimeter langer Baumfrosch.
Komplette "Eco-Programme" werden auf Jamaika angeboten. Eingebettet zwischen den Blue Mountains und dem karibischen Meer, fernab von jeglichem Massentourismus, liegt der authentische Ort Port Antonio. Hier kommt die ganze Familie in den Genuss eines „Family Eco-Adventure“. Darin enthalten sind Wandertouren im Rio Grande-Tal, Exkursionen zu Wasserfällen und sowie der Besuch einer Kaffee-Plantage und eines erloschenen Vulkans. In aller Ruhe die Landschaft genießen kann man bei einer Floß-Fahrt auf dem Rio Grande. Einen Besuch wert ist auch der Nationalpark Zapata auf Kuba, der größten Antilleninseln. In den Mangrovenwäldern des Schutzgebietes leben neben rund 200 verschiedenen Vogelarten noch einige der seltenen Seekühe.
Der Großteil der kleinen Antillen ist vulkanischen Ursprungs. Die fruchtbaren Hänge der teilweise noch aktiven Vulkane sind bedeckt mit üppigem Regenwald, durchzogen von Flussläufen und malerischen Wasserfällen, in deren Becken man sich beim Baden wie Tarzan und Jane fühlen kann. Kein Wunder, dass die Ureinwohner Guadeloupes ihre Heimat „Karukéra“ nannten – Insel der schönen Wasser. Der Nationalpark Basse Terre mit rund 300 Kilometern Wanderwegen ist ein echtes Paradies für Hiker. Auch die französische Schwesterinsel Martinique mit dem 1.397 Meter hohen Montagne Pelée kann bestens erwandert werden. Schließlich heißt es nicht umsonst „nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich“. Wem Trekking nicht abenteuerlich genug ist, der kann seine Kräfte beim Canyoning auf dem Río Jimenoa oder dem Río Yaque del Norte in der Dominikanischen Republik auf die Probe stellen. Mit Helm und Seil ausgerüstet geht es steile Schluchten hinab. Dabei wird geklettert, gesprungen, geschwommen und manchmal sogar getaucht.
Mit dem ältesten Naturschutzgebiet der Karibik kann Tobago aufwarten. Im Tobago Forest Reserve wurde seit 1765 kaum etwas von Menschenhand verändert. Ein 20 Kilometer langer Rundwanderweg führt durch die faszinierende Natur. Verästelte Kanäle, durchflochten von üppiger Vegetation sind für die Mangrovensümpfe charakteristisch, die sich auf der Schwesterninsel Trinidad befinden. Einer der Höhepunkte Grenadas ist das Naturreservat Grand Etang Forest Reserve mit einem mehr als 10 Hektar großen, blauen See im Krater eines erloschenen Vulkans.