Meeresschildkröten: Zeugen der Urzeit
Noch länger als die Seekühe, nämlich seit rund 100 Millionen Jahren, sind die Meeresschildkröten in der karibischen See heimisch.
Karett- und Lederschildkröte und die Green Sea Turtle, bei uns unter dem unschönen Namen „Suppenschildkröte“ bekannt, ziehen hier im kristallklaren Wasser ihre Runden. Im 16. und 17. Jahrhundert waren sie ein beliebter „lebender“ Proviant für die vorbeisegelnden Schiffe. Später wurden sie zu Delikatessen erklärt, was die Bestände stark dezimierte. Heute werden die Schildkröten fast überall in der Karibik geschützt.
Auf Barbados kümmern sich die Mitarbeiter des Sea Turtle Project der University of the West Indies um den Erhalt der gefährdeten Tiere. An den Nistplätzen wurden Lärmschutz-Maßnahmen und Beobachtungsprogramme eingeführt, um den Bestand der Schildkröten zu vergrößern. Manche Strände, wie beispielsweise die von Vieques und Culebra in Puerto Rico, werden zur Zeit der Eiablage ganz gesperrt und von Rangern bewacht.
Dort, wo sich Mensch und Tier den Strand teilen, bieten viele Hotels ihren Gästen die Möglichkeit, die Schildkröten bei der nächtlichen Eiablage zu beobachten. Dabei wird streng darauf geachtet, dass die Tiere nicht gestört werden. So bietet beispielsweise das Bucuti Beach Resort Aruba „Sea Turtle Lectures“ an. In dem einstündigen Seminar klärt eine Umweltschützerin die Gäste über die Lebensgewohnheiten der Tiere auf und erläutert, wie deren Lebensraum geschützt werden kann.
Auf der Insel Jumby Bay bei Antigua kommen Karettschildkröten alljährlich an den Pasture Bay Strand, an dem von Juli bis November ein Forscherteam patrouilliert. Resort-Gäste, die sich für die „Turtle Watch“ angemeldet haben, werden sofort informiert, sobald eines der Weibchen an Land kommt. So wächst bei Gästen und Gastgebern gleichermaßen das Verständnis für die Tiere.
Ebenso wie die Manatis freuen sich auch die Meeresschildkröten über eine „Adoption“: Die Caribbean Conservation and Sea Turtle Survival League verwendet den Erlös für Schutz- und Forschungsprogramme. Die Schildkröten werden mit einem Sender markiert, und man kann im Internet verfolgen, wo in der karibischen See sich der Schützling gerade aufhält www.cccturtle.org.