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Wenn die Reggae Boyz Tore schießen

Elf Männer, die auf einem Rasen versuchen den Ball ins Tor zu bringen, müssen nicht zwangsläufig ein Fußballteam bilden. Wenn dies in der Karibik geschieht, dann handelt es sich meist um eine Kricket-Mannschaft. Zugegeben, der Ball ist bei diesem Spiel um einiges kleiner und die Tore ebenso, aber die Begeisterung der Fans nicht minder groß. Karibik-Urlauber können diese Atmosphäre beim Besuch einer Kricket-Partie hautnah miterleben.

Besonders populär ist die englische Sportart in Antigua und Barbuda, Barbados, Grenada, Guyana, Jamaica und in Trinidad und Tobago. Die britischen Inseln sind traditionell mit zahlreichen Spielern in der Auswahl des Westindien-Teams vertreten. Einer der berühmtesten Repräsentanten ist Sir Garfield Sobers, der von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben wurde. Auch Sir Vivan Richards wurde von der Queen aufgrund seiner großen Leistungen geadelt. Der aus Antigua und Barbuda stammende Sportler ist nicht nur in seiner Heimat eine Legende, sondern auch in Brunei. Hier unterrichtete „Sir Viv“ den Sultan von Brunei in Kricket und Tennis.

Karibische Talente
In Jamaica, eigentlich eine traditionelle Kricket-Nation, brach 1998 das Fußballfieber aus. Denn mit den „Reggae Boyz“ hatte sich erstmals ein englisch-sprachiger karibischer Staat für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Kicker mit den Rastalocken begeisterten die Zuschauer und konnten sogar eines ihrer Vorrundenspiele (gegen Japan) gewinnen. Auf Haiti gehörte Fußball schon immer zur Sportart Nummer eins, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. In Suriname dagegen dominiert die Torejagd eher bei den Indio-Frauen. Übrigens stammen viele berühmte Fußballer der englischen, französischen, und holländischen Nationalmannschaft aus der Karibik (z.B. Lilian Thuram aus Guadeloupe und Sylvain Wiltord aus Martinique).

Leitsport in der Dominikanischen Republik, auf Kuba sowie auf den Niederländischen Antillen und in Puerto Rico hingegen ist Baseball. Einige Aktive aus diesen Ländern spielen in den führenden amerikanischen Baseballteams. Den größten Erfolg konnte die kubanische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Sydney verzeichnen: Sie gewann die Silbermedaille.

Harte Kerle, schnelle Pferde
Nicht international aber im karibischen Raum bekannt ist seit kurzem die Rugby-Nationalmannschaft der British Virgin Islands (BVI). Die „Green Machines“ konnten in diesem Jahr die Caribbean Rugby Championships für sich entscheiden. Polo, eine Art Hockey, das auf Pferden reitend gespielt wird, ist auf den BVIs aber ebenso populär wie alle anderen Traditionssportarten aus Großbritannien. Eins jedoch dürfte gewiss sein: Das Wetter in der Karibik ist zum Zuschauen auf jeden Fall besser.

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